Vor etwa 66 Millionen Jahren starben die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit aus. Möglicherweise könnte eine nach dem Meteoriteneinschlag einsetzende, jahrelange Kälteperiode die überlebenden Dinosauriern endgültig ausgelöscht haben. Diese These stammt von Julia Brugger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und ihren Kollegen, die für ihre Untersuchung ein Klimamodell für Ozean, Eis und Atmosphäre einsetzten, welches auch für heutige Klimavorhersagen benutzt wird.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die nach dem Meteoriteneinschlag einsetzenden Ereignisse wie Hitze, Brände und Tsunamis nur die Vorboten eines weit schlimmeren Szenarios waren. Das verdampfende Gestein setzte schwefelhaltige Schwebstoffe frei, die einen Dunstschleier in der Atmosphäre bildeten und sich die Erde dadurch vermutlich stark abkühlte. Weltweit sank die mittlere Temperatur um 26 Grad Celsius und lag nach den Berechnungen der Forscher 3 bis 16 Jahre unter dem Gefrierpunkt. Wahrscheinlich kühlte es selbst in den tropischen Zonen der Erde auf etwa 5 Grad Celsius ab. Die Nahrung wurde knapp und nicht nur die Dinosaurier, sondern mehr als 50 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten verschwanden damals

Auch die Zirkulation der Wassermassen in den Ozeanen wurde nachhaltig gestört. Da sich das Oberflächenwasser abkühlte, wurde es dichter, schwerer und sank nach unten. Wärmeres Wasser stieg und beförderte die nährstoffreichen Schichten nach oben. Vermutlich entstand so eine grosse giftige Algenblüte. Davon war dann das Ökosystem der Meere und der Küsten betroffen.

Abhandlung zu diesem Thema:
(Geophysical Research Letters, 2017; doi: 10.1002/2016GL072241)

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